Asperger-Syndrom
Das Asperger-Syndrom zeichnet sich - wie jede Form von Autismus - durch Probleme bei der Verarbeitung von Reizen, eine sensorische Überempfindlichkeit und Schwierigkeiten auf dem Gebiet der sozialen Beziehungen aus.
Das Besondere am Asperger-Syndrom ist, dass es nicht sichtbar ist. Asperger wirken wie normale Menschen. Man sieht ihnen nicht an, dass sie autistisch sind. Da sie über ein gutes Sprachverständnis und eine normale, oft sogar überdurchschnittliche Intelligenz verfügen, sind ihre Schwierigkeiten im sozialen Bereich auf den ersten Blick kaum erkennbar. Gerade Asperger mit hohen intellektuellen Fähigkeiten haben oft gelernt, ihre Schwierigkeiten so zu kompensieren, dass der Autismus selbst für Fachleute kaum zu erkennen ist. Viele haben sich zu ausgezeichneten Schauspielern entwickelt, die ihr Anderssein sehr gut verstecken können. Dennoch sind Menschen mit dem Asperger-Syndrom autistisch. Sie leiden an ihrem Anderssein. Sie sehnen sich danach, sich selbst zu sein, fühlen sich aber gezwungen, eine Rolle zu spielen.
Den Asperger-Autisten gibt es nicht. Autisten unterscheiden sich genauso voneinander wie Nichtautisten. Es gibt sehr schweigsame Asperger, die jedem Kontakt aus dem Weg gehen. Es gibt sehr wortgewandte Asperger, die recht mitteilungsfreudig sind und schnell Kontakte knüpfen können. Es gibt Asperger mit hohen Begabungen, z.B. im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Wieder andere haben Lernschwierigkeiten. Die typischen Merkmale des Autismus sind bei erwachsenen Aspergern von aussen oft kaum oder gar nicht mehr erkennbar.
Die Diagnose gibt es erst seit 1996. Bei den meisten Erwachsenen mit Asperger-Syndrom ist der Autismus in der Kindheit unentdeckt geblieben - damals gab es die Diagnose einfach noch nicht. Oft entstehen aus einem unerkannten Autismus psychische Folgekrankheiten, die den Ursprung des Leidens noch mehr verdecken. Die meisten Asperger haben einen langen Leidensweg hinter sich, bis sie zur Diagnose gelangt sind und sich selbst finden konnten.
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wikipedia.
