Autismus
Die Vorstellungen darüber, was Autismus ist, sind sehr begrenzt. Das liegt daran, wie autistische Menschen von den Medien dargestellt werden. So wird sehr klischeehaft eine bestimmte Ausprägung des Autismus verabsolutiert, nämlich das Kanner-Syndrom (frühkindlicher Autismus). Die meisten haben deshalb Bilder von autistischen Kindern vor Augen, die völlig in sich selbst versunken scheinen, rhythmisch den eigenen Körper wiegen oder schreien. Oft wird Autismus auch fälschlicherweise mit geistiger Behinderung gleichgesetzt.
Autismus ist ein Phänomen mit unterschiedlichen Ausprägungsformen und -graden. Den Autisten gibt es nicht. Das Erscheinungsbild des Autismus ist von Fall zu Fall wieder anders. Menschen mit leichtem Autismus haben Schwierigkeiten in sozialen Beziehungen, sind von normaler, in der Regel sogar sehr hoher Intelligenz und verfügen über eine überdurchschnittlich entwickelte Sprachfähigkeit. In extremen Fällen sind autistische Menschen stumm und tief in sich gekehrt. Allen Autisten gemeinsam sind jedoch die Schwierigkeiten im sozialen Bereich, die zu einem mehr oder weniger starken Rückzug führen.
Von der Weltgesundheitsorganisation wird Autismus als tiefgreifende Entwicklungsstörung klassifiziert. Aus medizinischer Sicht ist Autismus primär eine angeborene, unterschiedliche Wahrnehmungsverarbeitung, die dem Betroffenen massive Probleme bei der Verarbeitung von Umweltreizen bereitet. Durch eine Beeinträchtigung der Filterfunktionen ist der Autist einem Chaos verschiedener Sinneseindrücke ausgeliefert, was sekundär zu einer Störung im sozialen Bereich, zu einem Rückzug und zu unverständlichen Verhaltensweisen führt.
